Wälder wie im Mittelalter?

 

Wälder wie im Mittelalter wird es wohl nicht mehr geben, jedenfalls solange wir uns am Ende der Nahrungskette tummeln. Aber es gibt hier und da noch ein paar Fleckchen verwunschener Orte, an denen man eine Zeitreise 10000 Jahre in die Vergangenheit erleben kann. Da wo die Hochmoore ein Relikt längst vergangener Zeiten sind und über die der Mensch seine schützende Hand legt, als ein Symbol der Hoffnung.

Der 12. Juli war ein schöner Tag und hier im Hochgebirge waren die Temperaturen sehr angenehm. Ein heulend, frischer Wind wehte uns durch Haar und Fell und entführte uns in eine Zeit, wo noch Mammuts und Säbelzahntiger die Landschaft prägten. Weiter zurück wollten wir nicht, das hätten wir wohl nicht überlebt. Vor Jahrmillionen Jahren war dies Meeresgrund, sogar Haie tummelten sich hier. Kaum vorzustellen, aber wahr.

Wo wir uns befinden? Ein kleines Örtchen Namens Seebach im Nordschwarzwald, unweit vom Bergsee "Mummelsee".

Von dort stiegen wir ein paar 100 Meter weiter hinauf und plötzlich waren wir wie abgetaucht.

Ringsherum nur dieser sagenhaft, dichte Wald. Hier kann man sehr gut Verstecki spielen!

Auf ins Vergnügen!

Wir sahen zwar nicht wie Zeitreisende aus, aber so könnte es zur Zeit der Jäger und Sammler ausgesehen haben. Hunde wie mich gab's da noch nicht, nur meine Vorfahren, die Wölfe.

Hier fresse ich auch gerne pure Erde, natürlich nur in homöopathischen Dosierungen ;-). Es ist eine ganz besondere Erde, reich an Mineralien. Man könnte daher auch "Heilerde" sagen. Hunden fehlt übrigens nichts, wenn sie Gras, Erde und manch schmackhafte Wurzeln fressen. Das ist auch eine Eigenart der Wölfe und dient unter anderem zur Gesunderhaltung des Darms. Ich nehme mir eben was ich brauche und Herrchen vertraut auf meine Instinkte. Es gibt aber hier auch ein paar Ausnahmen.

Wenn ich z.B. wieder zu lange meinen Kautrieb am Holz auslasse, dann hat Herrchen schonmal Adleraugen. Ich habe vor Kurzem ein paar Holzstückchen beim Knabbern mit hinuntergeschluckt. Heijeijei, 2 Tage Durchfall, da wir Hunde kein Holz verdauen können und meine Magenschleimhaut war ziemlich attakiert worden. Fingernagelgroße Holzstückchen kamen wieder zum Vorschein. Naja, manchmal übertreib ich's halt mit Stöckchenknabbern. Auch Unrat und andere dubiose Hinterlassenschaften sind für mich strikt tabu, dazu gehört auch Grillplatzabfälle, MacDonalds & Co. Naja, ihr wißt schon. Alles was schädlich für die Gesundheit ist. Aber ich schweife ab. Nächstes Bild bitte...Ah ja.

Schön, gel?

Der Wind fordert die Kiefernzweige und das Hochmoorgras zum Tanz auf. Leider ist es auf dem Standbild nicht zu sehen, aber alles wiegt in Harmonie mit dem Wind. Man könnte denken, man geht zum Wellenreiten, eben nur auf sattem Grün.

Hier wimmelt's von kleinen Nagern, Hasen gibt es hier auch einige. Ich kann sie riechen, aber sehen... Keine Chance!

Hier könnte ich mich den ganzen Tag aufhalten, immer bereit doch noch was in meine Klauen zu bekommen. Da! Schon wieder etwas im Gras.

Spaß muß sein!

Ein Bringsel hier zu finden, ist garnicht so einfach, aber eine super Schule für meine Geruchszellen.

Such!

Und nochmal!

Diesmal ein getrocknetes Pansenstückle. Ziemlich einfach, da stinkt's wie S** ;-)))

Wir setzten unseren Weg fort, kilometerlanger dichter Wald beflügelte uns und überall kann man sich hinsetzen, traumhaft weich wie eine überdimensionale Komfortmatraze :-)

Dichtes Grün soweit das (Adler-) Auge reicht.

Übrigens: Zecken hatten wir überhaupt keine, scheint hier sehr wenige zu geben.

Me,...

...myself...

...and i.

Ein typischer Rhodesian Ridgeback Blick!

Voller Energie und Tatendrang!

Körperspannung pur, es könnte ein Tier im Dickicht sein.

Anflug von Lebensfreude :-))

Seht ihr im Hintergrund den Himmel? Oh, oh. Da kommt ne Regenfront auf uns zu, aber was für eine! Wir hatten garnichts dabei außer etwas zu trinken, was wir uns aber auch hätten sparen können, denn um's vorweg zunehmen, eine halbe Stunde später schüttete es wie aus Eimern.

Zeit für's Mäuseljagen muß bleiben! Auch wenn man riskiert vorzeitig nass zu werden!

Starker Wind kam auf, typischer Vorbote eines Regengusses.

Ich lauschte dem Waldrauschen, welches immer stärker wurde, um nicht zu sagen bedrohlich.

Und dann wurde es ganz plötzlich still!

Wir Hunde haben eine feine Nase. Wir können Regen wahrnehmen, noch bevor er fällt.

Es hängt ein eigenartiger Geruch in der Luft, die Luftmassen verschieben sich und das können wir spüren.

Nur leider fehlt mir das Zauberwörtle, um es meinem Herrchen mitzuteilen.

Soll ich mir schonmal einen dichten Baum als Regenschutz suchen? Lieber nicht, sonst schlägt der Blitz noch ein :-(.

Die beiden hat's schon erwischt.

Das Grollen konnte man schon hören...

...wir machten uns an den Abstieg, aber wir kamen mitten ins Unwetter hinein. Die Kamera blieb im Sack, leider keine Unterwasserkamera :-))

Das letzte Bild, bevor wir pitschnass und vom Wind gebeutelt im Tal ankamen.

Ihr hättet mich mal sehen sollen. Mit eingeklemmten Schwanz unter jeden kleinen Strauch nach Unterschlupf suchend. Das ging so den ganzen Abstieg, trotzdem wurde ich patschnass :-((. Ich mag zwar Wasser und Baden, aber Regen auf's Haupt zu bekommen ist eine Schmach für eine stolze Ridgebacklady wie ich es bin. Igitt!

Mit fröhlich-nassen Grüssen verabschieden wir uns und freuen uns, euch nächstes Mal wieder begrüßen zu können.

Servus! Eure Changwena!

 

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